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“Hammergeil!”, Romy Schmidt, Intendantin des Prinzregenttheaters

Wir sind WalzWerk

Es muss ordentlich gerumst haben in der kleinen aber feinen Musikszene Bochums, damals, 2010.

Denn als Felix (Gitarre, Gesang) und Jo (Bass, Synthis) sich kennenlernten, prallten zwei Welten aufeinander. Zwei Genres, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Felix’ Herz brannte schon immer für Rock und Metal, Jo’s musikalische Wurzeln finden sich – sowohl an der Trompete als nun mehr nur noch am Bass – im Jazz und Soul. Aber was sonst verbindet die Menschen, wenn nicht die Liebe zur Musik. Und vor allem zum Musik machen. Beide hatten Bock eine Band zu gründen, also gründeten beide eine Band. Und was schallte lautstark aus dem Proberaum? Eine Mischung aus Allem. Wenn schon auf die Fresse, dann halt mit Anspruch und einem Quäntchen Intellekt.

Vor einigen Jahren stieß ein weiterer Mann an der Gitarre dazu: der routinierte Alternative-Rocker Lutz. Bis der passende Trommler gefunden wurde dauerte es ein bisschen. Doch zum Glück hat dessen Frau eine Anzeige im Internet geschaltet. „Mein Mann (Schlagzeuger) ist auf Entzug und will endlich wieder spielen!“. Kein Ding, meinte Felix, rief Markus an, überzeugte sich von seinem unglaublich tighten Trommelspiel und zack: die Rhythmustruppe war komplett.

Aber halt! Jede Band braucht einen Namen. Denn die Band ohne Namen gibt es schließlich schon. Und hier kommt oben erwähnter zweiter Mann an der Gitarre auf die Agenda. Lutz malocht nämlich – und so spielt er übrigens auch – stahlhart, in einem WalzWerk.

Mit unglaublicher Energie wurden Songs geschrieben und eingespielt und schnell war klar: Das soll die Welt hören oder zumindest das Ruhrgebiet – ein Album muss an den Start. Aber irgendwas fehlte noch, ein bisschen Salz in der Suppe. Und das wurde mit der Schauspielerin und Sängerin Simone gefunden, die als Dauergast mit ihrer glockenklaren Deutsch-Pop-Stimme Rocker Felix in vielen Songs ergänzt.

WalzWerk. Eine Dame und vier Männer rocken, was das Zeug hält. Mal gradlinig, mal verspielt, mal einfach, mal komplex. Progressiv, ohne aber auf den Stil beschränkt zu sein: Knallharte Gitarrenriffs vermischen sich mit zugänglichen Melodien, Gitarrensoli werden von Dub-Step-Beats oder jazzigen Basslinien begleitet, verschobene Rhythmen verbinden sich mit Synthesizern. Und so wird man, ob man will oder nicht, nicht nur fortgetragen auf mächtigen Soundwellen sondern auch hineingesogen in Geschichten über das Leben, die Sehnsucht und die Liebe.

Um diesen modernen Sound adäquat aufs Album zu bringen, wurden die Aufnahmen nach London gebracht und dort vom international u.a. als Keyboarder der britischen Band The Pineapple Thief bekannten Toningenieuren Steve Kitch gemastert. Und der zeigt sich von WalzWerk begeistert: “With so many people producing music these days the quality can vary. However I’m glad to say that I really enjoyed working on this album. I’m not really a fan of the label ‘prog’ but I get to master a lot of ‘prog’ music. For me prog has to be progressive. Rather than a copy of something from the 70s. So for me the WalzWerk album is very ‘progressive’ with a wide range of originality, influences and interest. Lots of big riffs that rock. Very tight. Interesting ambient sections that aren’t just random noises. Magnificent!“

WalzWerk ist nicht nur eine Band. WalzWerk ist ein Projekt. Laut genug für große Festivals aber auch so dramatisch feintönig, dass man sie sich auf eine Theaterbühne wünscht, um genug Raum zu haben, sich auf alles, was da künstlerisch passiert, mit allen Sinnen konzentrieren zu können. Davon konnte sich das Publikum bereits überzeugen.

Unter den bisherigen Zuhörern ist auch der Buchautor und Kabarettist Frank Goosen: “Laut und geil! Profis bei der Arbeit! WalzWerk, das ist Rockmusik für Erwachsene. Anspruchsvoll, aber zugänglich. Gerade hast du noch den Head gebängt, im nächsten Moment träumst du Kopfkino. Und auf der Bühne erzeugen die Dame und die vier Herren selbst im Radau eine überaus entspannte Stimmung. Die üben nicht mehr, die können schon.”

Annette Dabs, die Leiterin des Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst, ist ebenfalls von WalzWerk fasziniert: „Leidenschaft und Committment – Walzwerk geht konsequent nach vorn, und spielt mit einem Konzept zwischen musikalischem Anspruch und abgeklärtem Understatement. Das Ergebnis reißt mit!”